Handtumore und Hautveränderungen München | Prof. Dr. med. Helen Abel

Ein Tumor (Weichteilwucherung oder Geschwulst) wächst unkontrolliert und kann deshalb durch infiltratives Wachstum oder verdrängendes Wachstum negative Auswirkungen auf den Körper haben. Es gibt gutartige (benigne) und bösartige (maligne) Tumore, wobei gerade an der Hand die malignen Tumore höchst selten sind. Meistens wachsen diese Tumore sehr langsam und stören dann durch ihre Größe oder weil sie auf sensible Strukturen wie z.Bsp. Nerven drücken. Unterschieden wird zwischen Weichteil- und Hauttumoren der Hand. Am häufigsten sind Riesenzelltumore, Epithelzysten (Grützbeutel), Glomus-Tumoren unter dem Fingernagel und Lipome (Fettgeschwülste). Auch am Knochen sind die meisten Tumore gutartig wie beispielsweise das Enchondrom.

 

Bösartige Tumoren an der Hand sind sehr selten, wachsen rasch und müssen möglichst schnell operativ entfernt werden.

 

Untersuchung und Diagnose

 

Die klinische Untersuchung beinhaltet eine neurologische Untersuchung, sowie die Detektion möglicher Nervenirritationen (bspw. Neurom, Neurinom) bzw. Funktionsausfälle.

 

Als bildgebende Diagnostik ist die Sonografie hervorragend um Größe, Lage und Abgrenzung der Raumforderung darzustellen. In vielen Fällen empfehlen wir vor der Operation oder Probenentnahme noch eine MRT Untersuchung um die Raumforderung, deren Charakter und bei einer OP potentiell gefährdete Nachbarstrukturen zu detektieren.

 

Konservative Therapie

 

Bei sicher gutartigen Tumoren wie dem Ganglion kann abgewartet werden. Ist die Entität des Tumors unklar, bestehen klinische Beschwerden oder besteht der Verdacht auf ein malignes Geschehen ist immer eine Operation indiziert.

 

Operative Therapie

 

Vor allem Fingertumore können sehr gut in örtlicher Betäubung ambulant entfernt werden. Auch Handtumore können in einem ambulanten Setting behandelt werden, hier bedarf es je nach Lage und Größe aber einer Narkose (Armnarkose oder Vollnarkose). Ist die Entität des Tumors unklar bedarf es eventuell einer Probe-Biopsie bevor der Tumor im Gesamten exzidiert wird, da das operative Verfahren bei malignen Tumoren angepasst werden muss.

 

Selbstverständlich wird jede Operation unter Lupenbrillenvergrößerung durchgeführt um die oft in unmittelbarer Nähe verlaufenden Nerven, Gefäße und Sehnen zu schützen. Bei der Entfernung größerer Tumore werden plastisch-rekonstruktiven Verfahren eingesetzt, um großflächige Defekte zu vermeiden und/oder einen Funktionsverlust der Extremität gering zu halten.

 

Nachbehandlung

 

Die Nachbehandlung rivhtet sich nach Tumorlage, -entität und -größe. In den meisten Fällen ist eine sofortige Fingerbewegung erwünscht um ein Einsteifen der Extremität zu verhindern. Gelegentlich kann es sinnvoll sein eine Schiene temporär zur Sicherung der Wundheilung anzulegen. Fadenzug ist nach 12-14 Tagen.

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